Aktuelle Pressestimmen


Pünktchen und Anton

Wiener Zeitung, 11.5.2010: "Die Schönheit der Utopie"

[...] Höft hat das Kunststück vollbracht, Erich Kästners Roman von 1931 auf rund eine Opernstunde zu komprimieren, ohne dabei den humoristischen oder humanistischen Gehalt auszudünnen.

[...] - Entrückende Schönheit - In ihrer Wirkmacht wird Matthias von Stegmanns ideenreiche Regie noch durch die Musik übertroffen. Aus Iván Eröds Melodien leuchtet eine sehnsüchtige Schönheit, die Kästners Sozialutopien ebenbürtig ist - am bezauberndsten vielleicht im Duett vom Teilen, das in seinen Melodiebögen, den idyllischen Modulationen ein wenig an Richard Strauss gemahnt.

[...] Eine Kammermusik ist das, die selbst im animierten Moment noch Lyrik besitzt - und die sich nur hier und da, raffiniert mit einer Melodiewindung über die Tonalität hinauskringelt. Okay: Wenn Eröd zuletzt lautes Schlagzeug zuschaltet, fährt diese Intensitäts-Steigerung hauruckartig ins Klangbild. Abgesehen davon aber weist diese Oper mit ihren Duetten und Ensembles, Swing- und Tango-Anklängen einen versierten Bühnenschreiber, mehr noch: einen begnadeten aus. Weil es Eröd versteht, griffige Melodien fern der Banalität zu finden.

Christoph Irrgeher

News, 12.5.2010:

[...] Erich Kästners Solidarität und Courage einforderndes Kinderbuch mit der pointierten, ironischen Musik der Melodikers Iván Eröd ist ein wahres Geschenk und eine feine Investition in die Zukunft der Oper. [...]

H.S.

Kurier, 9.5.2010: "Staatsoper - krönender Abschluss einer großen Ära"

Komponist Iván Eröd hat für "Pünktchen und Anton" eine sehr intelligente, illustrative, eingängige, bewusst mit Zitaten gespickte Musik geschrieben, die zwischen Wiegenlied und Tango, zwischen strenger Klassik und Wiener Schmäh perfekt changiert. Nichts für deklarierte Neutöner, aber dafür umso raffinierter gebaut und sehr gut umgesetzt vom Bühnenorchester der Staatsoper unter der Leitung von Friedrich Pfeiffer. Und Librettist Thomas Höft hat Kästners Kinderbuch auf straffe und kindgerechte 70 Minuten reduziert.

Dazu kommt, dass mit Matthias von Stegmann ein genialer Regisseur am Werk war, der gemeinsam mit seinem Ausstatter (fabelhaft die wechselnden, viel Raum suggerierenden Bühnenprospekte von Walter Schütze) die Geschichte von "Pünktchen und Anton" nach Wien verlegt hat und Pointe um Pointe perfekt zünden lässt.

Dass Stegmann auch jede Menge Sozialkritik (Armut, Bettlertum, Einsamkeit und Wohlstandsverwahrlosung) einbringt, ist ein zusätzlicher Pluspunkt dieser hinreißend spritzigen Inszenierung.

Peter Jarolin

Oberösterreichische Nachrichten, 10.5.2010:

Mit der Uraufführung von "Pünktchen und Anton" von Inán Eröd ist der Wiener Staatsoper ein außerordentlicher Erfolg gelungen. [...]

Thomas Höft hat aus Erich Kästners Geschihchte ein tiefsinniges und doch kindgerechtes Libretto geschaffen, das trotz der heiteren Grundtendenz nachdenklich stimmt - frei nach Kästners Motto : Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.

Iván Eröd hat dazu eine echte Opernmusik geschrieben, die von den kleinen Zuhörern Aufmerksamkeit fordert und ganz bewusst mit dem klassischen Repertoire an Formen und Klängen spielt. Ein bisschen jazzig darf es schon sein, es ist aber meilenweit davon entfernt, rockig-poppigen Einheitssound zu präsentieren. Vielmehr knüpft Eröd im Orchester ein subtil verschlungenes motivisches Netz, das die ideale Grundlage für die ebenfalls opernhaft agierenden Sänger bietet.

Michael Wruss

Der Standard, 10.5.2010:

[...] Regisseur Matthias Stegmann zeigt die klug verknappte Geschichte kindgerecht, kurzweilig, mitunter auch so drastisch, dass die Kleineren wohl ein paar Fragen an die Eltern haben werden.

Iván Eröd hat eine eingängige, beschwingte, mitunter melancholische Musik geschrieben, die das Bühnenorchester der Staatsoper und Dirigent Friedrich Pfeiffer mit spürbarer Lust umsetzten.

Daniel Ender

Die Furche, 12.5.2010: "Ein einzigartiges Abschiedsgeschenk für das jüngste Publikum"

[...] Thomas Höft hat Kästners Geschichte, eine Parabel der Hoffnung, dass Arm und Reich schließlich zusammenfinden, so gerafft, dass Eröds Musiktheater exakt eine Stunde dauert. Dabei sind die Personen so klar gezeichnet, dass auch Kindern die spezifische Moral dieses Sujets unmittelbar deutlich wird. Eröd hat sich dazu eine Musik einfallen lassen, die, bewusst tonal konzipiert gleichermaßen von eingängigen Melodien wie zündenden Rhythmen lebt, die explizit unterhalten will und zudem versteht, die unterschiedlichen Charaktere der einzelnen Protagonisten unmissverständlich zu umreißen.

Walter Dobner

ÖMZ, 6/2010:

Die Etablierung der Kinderoper am Dach der Wiener Staatsoper war wahrscheinlich die wesentlichste Leistung der Ära Holender, und die zuletzt in Auftrag gegebene Oper krönte diese Unternehmung. Tatsächlich schuf der bedeutende Komponist ein Werk für Kinder, das sie nicht nur mit einem leicht verständlichen und trotzdem utopischen Lehrstück in Richtung Humanität konfrontierte, sondern vor allem auch mit den gängigen Opernformen und der musiktransformablen Struktur von Gefühlsebenen, wie sie die großen Werke der Operngeschichte immer anbieten. Die mustergültige Aufführung zeigte nicht nur Qualität obersten Maßstabes ohne falsche Töne in Orchester und Ensemble, sondern auch die Ernsthaftigkeit eines teilweise durchaus komischen Sujets. [...]

Eröds Musik, bei aller schrägen Modernität verständlich und fassbar, sogar soweit, dass die Kleinen sich an Vorgaben erinnern konnten, integrierte Interpreten und Publikum, wie es gelungener gar nicht sein kann.

Manfred Wagner

Giornale della musica

Le linee vocali puntano bensì alla comprensibilità testuale e all'espressività. C'è anche spazio per momenti di ampio slancio vocale come in un duetto tra i protagonisti principali. Nell'orchestra ampio spazio è lasciato alle percussioni. È una partitura vesatile, con molti elementi presi p pretito das Jazz e da diverse tradizioni popolari e uso di una tonalità estesa. [...]

Haydn-Sonaten (Gramola-CD)

Bühne, 6/2010: Iván Eröd: Der Komponist spielt Haydn-Sonaten

Zum Triumph für Iván Eröd wurde unlängst die Uraufführung seiner Kinderoper Pünktchen und Anton an der Wiener Staatsoper. Dass der Komponist auch als Pianist Karriere machte, belegen Aufnahmen einiger Haydn-Sonaten, die kurz nach 1970 entstanden sind und von Gramola auf zwei CDs nun neu ediert wurden. Eröd spielt sie (darunter die letzten fünf) mit weichem Anschlag, flüssiger Agogik, technisch souverän und subtil ausgeleuchteter Ornamentik. Freilich hat sich in den letzten 40 Jahren einiges verändert. Heute würde man mehr Kanten erwarten und eine schärfere Profilierung der musikalischen Charaktere. Trotzdem, ein schönes Dokument eines großen Musikers.

PB