- Klarinettenkonzert Op. 88
- Antrittskonzert bei der Széchenyi-Akademie
- Alterslaunen Op. 86
- Pünktchen und Anton
- CD mit Haydn-Sonaten
Klarinettenkonzert Op. 88
Wiener Zeitung, 14.10.2011
[Eröd] komponierte, inspiriert von der Solistin der Premiere, ein klassisch
dreisätziges Klarinettenkonzert. Hier wurden keine Mauern niedergerissen, Eröd
verstand mit diesem Werk ein weiteres Mal, einem großen Ensemble melodisch
bestens ins Ohr gehende Ideen mitzugeben [...] Der Komponist hat der Gegenwart ein
Werk geschenkt, das nicht nur unterhält, sondern bewegt und in seinen Motiven einen
einmaligen Wiedererkennungswert hat.
Mit der Klarinette der israelischen
Künstlerin Sharon Kam stand dem Orchester eine kongeniale Solistin zur Seite [...]
Kronen Zeitung, 11.10.2011
[...] Nachfolgendem Klarinettenkonzert Eröds merkte man zweierlei an: Eröd liebt die Klarinette. Er lässt sie schmeicheln und gurren, gibt ihr Raum zur Entfaltung. Was an Virtuosität und Farben möglich ist, wird gekonnt ausgespielt. Berückend schön präsentiert die großartige Solistin Sharon Kam das Werk. Und zweitens: Eröd setzt den großen Orchesterapparat so klangfarbenlastig ein, wie man es heute selten hört. Färbung über Färbung, Stimmung über Stimmung. Und der Komponist wahrt die Balance zwischen Soloinstrument und Orchester, weist jedem den richtigen Platz zu.
Antrittskonzert bei der Széchenyi-Akademie
Das Antrittskonzert, mit dem am 11. Oktober 2010 Eröds Aufnahme an der Széchenyi Akademie der Literatur und Künste gefeiert wurde, hat János Malina in der ungarischen Musikzeitschrift muzsika besprochen. Die Originalrezension in ungarischer Sprache finden Sie auf der Homepage der Zeitschrift: http://www.muzsikalendarium.hu. Für eine deutsche Übersetzung der Kritik klicken sie bitte hier.
Alterslaunen Op. 86
Stuttgarter Zeitung, 3.7.2010
Jetzt haben Mitglieder des Staatsorchesters zum Auftakt ihres letzten Kammerkonzerts dieser Saison im Mozartsaal Eröds 'Alterslaunen. Variationen über ein eigenes Thema' op. 86 zur Uraufführung gebracht. Eröd hat beherzt in den Fundus gegriffen, ein Thema aus seiner Oper in sieben Bildern 'Die Seidenraupen' (1964-1968) gewählt und darauf 17 Variationen geschrieben. Mit demselben Spaß, mit dem Eröd wohl die Zwölftonmelodie von 'Rothars Abschied' tonal verkleidet hat, spielten das Ensemble diesen kursorischen Gang durch die Musikgeschichte des zwanzigsten Jahrhunderts, in dem Eröd mit Augenzwinkern Ligetis Motorik zitiert, Prokofjews Lust am Grotesken, Schostakowitschs Sinn für markante Rhythmik und dabei doch einen ganz eigenen Ton findet.
Cannstatter Zeitung, 2.7.2010
Mit einer heiteren, ja fast knitzen Uraufführung begann im Mozartsaal der Liederhalle das letzte Kammerkonzert des Stuttgarter Staatsorchesters in dieser Spielzeit [...]. Verspielt und einfallsreich verdienen sich die 'Alterslaunen' des österreichisch-ungarischen Komponisten Iván Eröd ihren Titel zu Recht. Die bis auf ein paar Spurenelemente durchweg tonalen Variationen über ein Thema aus seiner eigenen Oper 'Die Seidenraupen', gesetzt als Oktett für Oboe, Klarinette, Horn, Fagott, Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass, entstanden als Auftragswerk des Stuttgarter Staatsorchesters [...]. Fast jede der 17 kurzen Variationen überrascht als neue, launige Miniatur, ob Zigeunertango, Lamento oder munteres Bälle-Zuwerfen zwischen Bläser- und Streichquartett. Die Lust am kunstvollen Verflechten der Stimmen und das Ende in einer presto dahinwuselnden Jagd lassen vermuten, dass der 74-jährige Eröd seinen Lebensabend bestimmt nicht als Grübler verbringt, ähnlich wie Rossini mit seinen 'Péchés de vieillesse'.
Pünktchen und Anton
Wiener Zeitung, 11.5.2010: "Die Schönheit der Utopie"
[...] Höft hat das Kunststück vollbracht, Erich Kästners Roman von 1931 auf rund eine Opernstunde zu komprimieren, ohne dabei den humoristischen oder humanistischen Gehalt auszudünnen.
[...] - Entrückende Schönheit - In ihrer Wirkmacht wird Matthias von Stegmanns ideenreiche Regie noch durch die Musik übertroffen. Aus Iván Eröds Melodien leuchtet eine sehnsüchtige Schönheit, die Kästners Sozialutopien ebenbürtig ist - am bezauberndsten vielleicht im Duett vom Teilen, das in seinen Melodiebögen, den idyllischen Modulationen ein wenig an Richard Strauss gemahnt.
[...] Eine Kammermusik ist das, die selbst im animierten Moment noch Lyrik besitzt - und die sich nur hier und da, raffiniert mit einer Melodiewindung über die Tonalität hinauskringelt. Okay: Wenn Eröd zuletzt lautes Schlagzeug zuschaltet, fährt diese Intensitäts-Steigerung hauruckartig ins Klangbild. Abgesehen davon aber weist diese Oper mit ihren Duetten und Ensembles, Swing- und Tango-Anklängen einen versierten Bühnenschreiber, mehr noch: einen begnadeten aus. Weil es Eröd versteht, griffige Melodien fern der Banalität zu finden.
News, 12.5.2010:
[...] Erich Kästners Solidarität und Courage einforderndes Kinderbuch mit der pointierten, ironischen Musik der Melodikers Iván Eröd ist ein wahres Geschenk und eine feine Investition in die Zukunft der Oper. [...]
Kurier, 9.5.2010: "Staatsoper - krönender Abschluss einer großen Ära"
Komponist Iván Eröd hat für "Pünktchen und Anton" eine sehr intelligente, illustrative, eingängige, bewusst mit Zitaten gespickte Musik geschrieben, die zwischen Wiegenlied und Tango, zwischen strenger Klassik und Wiener Schmäh perfekt changiert. Nichts für deklarierte Neutöner, aber dafür umso raffinierter gebaut und sehr gut umgesetzt vom Bühnenorchester der Staatsoper unter der Leitung von Friedrich Pfeiffer. Und Librettist Thomas Höft hat Kästners Kinderbuch auf straffe und kindgerechte 70 Minuten reduziert.
Dazu kommt, dass mit Matthias von Stegmann ein genialer Regisseur am Werk war, der gemeinsam mit seinem Ausstatter (fabelhaft die wechselnden, viel Raum suggerierenden Bühnenprospekte von Walter Schütze) die Geschichte von "Pünktchen und Anton" nach Wien verlegt hat und Pointe um Pointe perfekt zünden lässt.
Dass Stegmann auch jede Menge Sozialkritik (Armut, Bettlertum, Einsamkeit und Wohlstandsverwahrlosung) einbringt, ist ein zusätzlicher Pluspunkt dieser hinreißend spritzigen Inszenierung.
Oberösterreichische Nachrichten, 10.5.2010:
Mit der Uraufführung von "Pünktchen und Anton" von Inán Eröd ist der Wiener Staatsoper ein außerordentlicher Erfolg gelungen. [...]
Thomas Höft hat aus Erich Kästners Geschihchte ein tiefsinniges und doch kindgerechtes Libretto geschaffen, das trotz der heiteren Grundtendenz nachdenklich stimmt - frei nach Kästners Motto : Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.
Iván Eröd hat dazu eine echte Opernmusik geschrieben, die von den kleinen Zuhörern Aufmerksamkeit fordert und ganz bewusst mit dem klassischen Repertoire an Formen und Klängen spielt. Ein bisschen jazzig darf es schon sein, es ist aber meilenweit davon entfernt, rockig-poppigen Einheitssound zu präsentieren. Vielmehr knüpft Eröd im Orchester ein subtil verschlungenes motivisches Netz, das die ideale Grundlage für die ebenfalls opernhaft agierenden Sänger bietet.
Der Standard, 10.5.2010:
[...] Regisseur Matthias Stegmann zeigt die klug verknappte Geschichte kindgerecht, kurzweilig, mitunter auch so drastisch, dass die Kleineren wohl ein paar Fragen an die Eltern haben werden.
Iván Eröd hat eine eingängige, beschwingte, mitunter melancholische Musik geschrieben, die das Bühnenorchester der Staatsoper und Dirigent Friedrich Pfeiffer mit spürbarer Lust umsetzten.
Die Furche, 12.5.2010: "Ein einzigartiges Abschiedsgeschenk für das jüngste Publikum"
[...] Thomas Höft hat Kästners Geschichte, eine Parabel der Hoffnung, dass Arm und Reich schließlich zusammenfinden, so gerafft, dass Eröds Musiktheater exakt eine Stunde dauert. Dabei sind die Personen so klar gezeichnet, dass auch Kindern die spezifische Moral dieses Sujets unmittelbar deutlich wird. Eröd hat sich dazu eine Musik einfallen lassen, die, bewusst tonal konzipiert gleichermaßen von eingängigen Melodien wie zündenden Rhythmen lebt, die explizit unterhalten will und zudem versteht, die unterschiedlichen Charaktere der einzelnen Protagonisten unmissverständlich zu umreißen.
ÖMZ, 6/2010:
Die Etablierung der Kinderoper am Dach der Wiener Staatsoper war wahrscheinlich die wesentlichste Leistung der Ära Holender, und die zuletzt in Auftrag gegebene Oper krönte diese Unternehmung. Tatsächlich schuf der bedeutende Komponist ein Werk für Kinder, das sie nicht nur mit einem leicht verständlichen und trotzdem utopischen Lehrstück in Richtung Humanität konfrontierte, sondern vor allem auch mit den gängigen Opernformen und der musiktransformablen Struktur von Gefühlsebenen, wie sie die großen Werke der Operngeschichte immer anbieten. Die mustergültige Aufführung zeigte nicht nur Qualität obersten Maßstabes ohne falsche Töne in Orchester und Ensemble, sondern auch die Ernsthaftigkeit eines teilweise durchaus komischen Sujets. [...]
Eröds Musik, bei aller schrägen Modernität verständlich und fassbar, sogar soweit, dass die Kleinen sich an Vorgaben erinnern konnten, integrierte Interpreten und Publikum, wie es gelungener gar nicht sein kann.
Giornale della musica
Le linee vocali puntano bensì alla comprensibilità testuale e all'espressività. C'è anche spazio per momenti di ampio slancio vocale come in un duetto tra i protagonisti principali. Nell'orchestra ampio spazio è lasciato alle percussioni. È una partitura vesatile, con molti elementi presi p pretito das Jazz e da diverse tradizioni popolari e uso di una tonalità estesa. [...]
Haydn-Sonaten (Gramola-CD)
Bühne, 6/2010: Iván Eröd: Der Komponist spielt Haydn-Sonaten
Zum Triumph für Iván Eröd wurde unlängst die Uraufführung seiner Kinderoper Pünktchen und Anton an der Wiener Staatsoper. Dass der Komponist auch als Pianist Karriere machte, belegen Aufnahmen einiger Haydn-Sonaten, die kurz nach 1970 entstanden sind und von Gramola auf zwei CDs nun neu ediert wurden. Eröd spielt sie (darunter die letzten fünf) mit weichem Anschlag, flüssiger Agogik, technisch souverän und subtil ausgeleuchteter Ornamentik. Freilich hat sich in den letzten 40 Jahren einiges verändert. Heute würde man mehr Kanten erwarten und eine schärfere Profilierung der musikalischen Charaktere. Trotzdem, ein schönes Dokument eines großen Musikers.